Gesunde Ernährung bei Rheuma
Neben verschiedenen medikamentösen Therapien, die das Fortschreiten der Gelenkentzündung aufhalten und die Schmerzen lindern, sind Bewegung und Ernährung wichtige Faktoren, die einen Beitrag zur Linderung der Beschwerden liefern können.
Eine Rheumadiät gibt es nicht, denn keine noch so gute Ernährung kann die Erkrankung heilen. Aber die Beschwerden lassen sich mit den richtigen Lebensmitteln deutlich verringern – und mit den falschen leider auch verstärken.
Auf dieser Website finden Sie Ernährungstipps und rheumagerechte Rezepte, die Ihnen dabei helfen sollen, gesünder zu essen und zu trinken sowie das Leben bewusster zu genießen.
Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 25 steigert das Risiko, eine Rheumatoide Arthritis zu entwickeln.1 Und natürlich belasten überflüssige Pfunde die ohnehin durch das Rheuma gestressten Gelenke. Weil insbesondere das Bauchfett Botenstoffe und entzündungsfördernde Substanzen bildet, sollten gerade Rheumatiker auf ihren Taillenumfang achten. Gemessen wird etwa auf Höhe des Bauchnabels. Hier sollte der Körperumfang bei Frauen 80 cm und bei Männern 94 cm nicht überschreiten. Wenn doch, heißt es abnehmen.
Hierbei helfen Ihnen eine fachkundige Ernährungsberatung und ein langfristiges Abnehmprogramm.
Ernährungsgewohnheiten zu ändern fällt nicht leicht. Versuchen Sie nicht, sofort alles zu ändern. Und geben Sie nicht sofort auf, wenn Sie hin und wieder in Ihre alten Ernährungsmuster zurückfallen.
Unabhängig von offiziellen Empfehlungen folgen viele Menschen auch anderen Ernährungsgrundsätzen.
Hier eine kurze Übersicht und Einschätzung speziell für Menschen mit Rheumatoider Arthritis.
Vollwertkost
Bei der Vollwerternährung gilt es, die Lebensmittel so natürlich wie möglich zu belassen. Das volle Korn, rohe oder schonend gegarte Obst- und Gemüsesorten, vollfette Milchprodukte, nur hin und wieder mal Fleisch oder Fisch, dafür mehr Hülsenfrüchte und naturbelassene Fette und Öle stehen im Mittelpunkt der Ernährung. Die Produkte aus dem Bioanbau sollten möglichst aus der Region kommen. Beim Verzicht auf vorgefertigte Lebensmittel braucht es mehr Zeit in der Küche zum Schneiden, Reiben und Dünsten. Das fällt Rheumakranken, deren Gelenke schmerzen, oft schwer. Dann besser die strengen Vollwertregeln lockern und auch mal zur Tiefkühlkost greifen. Die Regel heißt ja auch: „So natürlich wie möglich“.
Vegetarische Kost
Vegetarier essen alles außer Fisch und Fleisch, während Veganer sämtliche Tierprodukte, also auch Milch und Milchprodukte, Eier, ja sogar Honig, vom Speiseplan streichen. Beim Verzicht auf Fleisch und Wurst sowie Fisch wird die darin enthaltene entzündungsfördernde Arachidonsäure verbannt und die Entzündungen können nachlassen. Doch fette Fischsorten liefern auch wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken. Vegetarier sollten als Ausgleich viel Walnuss- und Leinöl mit reichlich Omega-3-Fettsäuren verwenden. Übrigens: Eine vegetarische Kost, bei der Fisch nicht verboten ist, gilt als die gesündeste Ernährungsform.
Vegane Kost
Schwieriger haben es Veganer. Bei ihrer total tierfreien Kost kommen einige Vitamine und Mineralstoffe zu kurz. So bilden Pflanzen kein Vitamin B12. Auch Kalzium zum Knochenaufbau bekommen wir vornehmlich über Milchprodukte. Ohne einen entsprechenden Ausgleich über Nahrungsergänzungsmittel ist die vegane Ernährung keine gute Wahl.
Basische Kost
Beim Verdauen, Aufspalten und Umsetzen der Lebensmittel bilden sich im Körper Säuren und Basen. Eine basische Kost empfiehlt eine Ernährung, die vorwiegend aus Basenbildnern wie Gemüse und Obst besteht, damit der Körper nicht „übersäuert“. Fleisch, Wurst und Fisch gibt es als Säurebildner eher selten. Die Schulmedizin bezweifelt, dass solch ein Basenüberschuss in der Ernährung notwendig ist. Der Körper kann Säuren mit dem Urin ausscheiden und über die Atemluft entsorgen. Das Kohlendioxid, das wir ausatmen, stammt zum Beispiel aus körpereigener Kohlensäure, die dabei abgebaut wird. Zwar rät auch die Schulmedizin zu weniger Fleisch und mehr Gemüse und Obst, aber aus anderen Gründen. Nicht einverstanden ist sie damit, dass bei der basischen Kost Säurebildner wie Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte und vor allem Fisch zu kurz kommen. Sie liefern sehr wichtige Mineralstoffe und Fettsäuren – gerade für Rheumakranke!
Trennkost
Die Theorie der Trennkost geht davon aus, dass der Körper bei zu viel Eiweiß übersäuert und dass der Körper Eiweiß und Kohlenhydrate nicht gleichzeitig verdauen kann. Dr. Hay, Erfinder der Trennkost, konnte vor mehr als 100 Jahren nicht wissen, dass die verschiedenen Abschnitte des Verdauungskanals dazu durchaus in der Lage sind. Es gibt also keinen Grund, in einer Mahlzeit Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln oder Nudeln strikt von Eiweißquellen wie Fisch, Quark oder Hülsenfrüchten zu trennen.
Nutzen Sie unser Angebot, wir stellen Ihnen gerne Ihren persönlichen Ernährungsplan zusammen, da jeder Mensch z.B. einen anderen Stoffwechsel hat und wir Ihre Defizite lokalisieren.
Gerne informieren wir Sie über aktuelle Manuelle Therapien und Präventionsmaßnahmen
12 Tipps für eine Gesunde Ernährung
Auch kleine Schritte führen zum Erfolg. Lesen Sie sich die zwölf Empfehlungen durch und suchen Sie sich diejenigen Tipps aus, die Sie ohnehin oder fast schon erfüllen. Fragen Sie sich dann, welchen Tipp Sie in den nächsten Monaten noch besser umsetzen können oder welchen Sie als nächstes konsequent umsetzen. Versuchen Sie, nach und nach die Empfehlungen zu verwirklichen.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht gleich alle Tipps konsequent beherzigen können.
Versuchen Sie im Laufe der Zeit, Ihre Ernährung schrittweise den Empfehlungen anzupassen.
1. Seltener Fleisch und Wurst – da gibt’s doch was Besseres!
Essen Sie nur zweimal die Woche Fleisch oder Wurst und bevorzugen Sie die fettärmeren Sorten. Bitte tauschen Sie die Wurst gegen Schinken aus. An den übrigen Tagen häufiger Fisch den Vorzug geben und Kräuterquark oder Tomatenscheiben aufs Brot legen. Dass wir im Schnitt zu viel Fleisch und Wurst essen, bemängeln Ernährungswissenschaftler schon lange. Sie warnen vor gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Purinen im Fleisch.
Auch steigern Currywurst, Kotelett und Kassler das Krebsrisiko.
Für Menschen mit einer entzündlichen Rheumaerkrankung spricht noch ein anderer Inhaltsstoff gegen den übermäßigen Fleischgenuss: die nur in tierischen Lebensmitteln enthaltene Arachidonsäure.
Arachidonsäure zählt zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, genauer gesagt zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Sie fördert – ganz im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren – das Entzündungsgeschehen.
Diese Brandbeschleuniger der Rheumatoiden Arthritis sollten kaum noch auf den Tisch kommen. Meiden Sie also fettreiche Wurst und Fleischprodukte.
Da auch Eier viel Arachidonsäure enthalten, sollten sie nur maximal zwei pro Woche essen – inklusive der Eier zum Kochen!
Hingegen ist fetter Fisch trotz seiner Arachidonsäure nur zu empfehlen, denn Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch glänzen durch ihren hohen Gehalt an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.
Fleisch: es geht auch ohne Empfohlen werden maximal zwei Fleisch- oder Wurstportionen pro Woche und bei Rheuma am besten noch weniger. Fleisch enthält zwar hochwertiges Eiweiß und eine beachtenswerte Portion an Eisen. Aber dank Milch, Quark, Kartoffeln, aber auch Soja, Erbsen und anderen Hülsenfrüchten sind wir glänzend mit Eiweiß versorgt. Und Eisen für die Blutbildung und zur Kräftigung der Abwehr findet sich beispielsweise auch in Hirse, Buchweizen und Linsen. Damit der Körper das Eisen aus pflanzlichen Quellen optimal verwerten kann, hilft Vitamin C.
Essen Sie beispielsweise einen Paprikasalat als Vorspeise oder eine Kiwi zum Nachtisch. Alternativen zu Fleisch sind schnell gefunden. Wer auf den Geschmack nicht verzichten will, kann beispielsweise Räuchertofu in Würfel schneiden und anbraten – es schmeckt wie Speck.
Auch Seitan, hergestellt aus Weizenkleber, kommt dank seiner Marinade dem Aroma von Fleisch sehr nahe.
Statt Wurst und Aufschnitt bieten sich außerdem geräucherte Fischprodukte insbesondere von fetten Fischen als hervorragende Alternativen an. Der fettreiche Fisch liefert die begehrten und bei Rheuma so dringend benötigten entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.
Oder Sie werden beim Brotbelag zum Vegetarier mit Tomaten-, Gurken- oder Radieschenscheiben. Gut schmeckt auch ein selbstgemachter Kräuterquark auf einer herzhaften Brotscheibe. Wer mal was Neues ausprobieren möchte, kauft sich vegetarische Brotaufstriche, oder macht sie gleich selbst. Mit einem Mixer oder in der Küchenmaschine sind Kräuter-Nuss-Cremes, Linsenaufstriche und streichfähige Gemüsepasten schnell gemacht.
Magerer Schinken statt fette Wurstwaren
Wem das zu aufwendig ist oder wer nicht ganz auf den Fleischgenuss verzichten will, tauscht zumindest fette Wurstwaren gegen mageren Schinken aus. Bereits dieser einfache Brotbelagwechsel bewirkt bei entzündlichem Rheuma einen großen Gesundheitsvorteil:
Schinken belastet den Körper mit weit weniger Fett als herkömmliche Wurst und der übliche Aufschnitt – und damit erspart er dem Körper auch so manches Milligramm der entzündungsfördernden Arachidon-Fettsäure.
2 Trinken
Achten Sie auf 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Bitte trinken Sie Wasser, Kräutertee, klare Brühe sowie in Maßen Kaffee und Schwarztee. Stellen Sie sich ein Glas und eine Wasserflasche in Reichweite an den Arbeitsplatz, auf den Esstisch oder neben das Bett.
3 Rauchen
Beim Rauchen wird der Körper mit zellzerstörenden freien Radikalen überflutet. Die freien Radikale werden vom Körper mit wertvollen antientzündlichen Vitaminen bekämpft, die dem Körper dann fehlen, um rheumatischen Entzündungen zu begegnen.
4 Oelwechsel
Bei Rheuma helfen auch die richtigen Speiseöle. Bevorzugen Sie für Salate und Dips Walnuss- und Leinöl mit ihren vielen entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.
Zum Braten und Dünsten empfehlen sich Olivenöl und Rapsöl. Dank ihrer einfach ungesättigten Fettsäuren vertragen diese Öle auch höhere Temperaturen.
Gerade bei Fetten und Ölen lohnt es, die schlechten von den guten zu unterscheiden. Weil gesättigte Fettsäuren aus Butter, Schmalz, Kokos- oder Palmkernfetten zu Ablagerungen an den Blutgefäßen beitragen, sollten sie gegen Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren ausgetauscht werden. Wenn es heiß her geht. In die Pfanne oder den Topf geben Sie besser Raps-, Oliven- oder das aus der Asiaküche bekannte Erdnussöl.
Alle drei vertragen höhere Temperaturen bis ca. 180 Grad, weil sie überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren bestehen, denen auch hitzige Bratsituationen nicht viel ausmachen.
Für die kalte Küche
Ganz anders die übrigen Pflanzenöle mit hauptsächlich mehrfach ungesättigten Fettsäuren: Sie gehören in die kalte
Küche, wo sie Dressings, Aufstrichen und Dips Geschmack geben. Unter diesen Ölen mit mehrfach ungesättigten
Fettsäuren sollten Rheumatiker diejenigen mit vielen Omega-3-Fettsäuren bevorzugen, weil der Körper aus ihnen
entzündungshemmende Substanzen aufbaut. Wechseln Sie also Distel-, Maiskeim- oder Sonnenblumenöl gegen Walnuss- oder Leinöl aus. Nur diese beiden Rohkostöle bieten einen besonders hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Das Walnussöl
passt in fast jeden Salat, während das sehr geschmacksintensive, manchmal bittere Leinöl sich im Quarkdip zu Pellkartoffeln oder mit Tomatenmark in der Cocktailsauce gut macht.
Nüsse und Samen
Genau wie bei den Ölen, so gilt auch bei Nüssen und Samen, dass solche mit einem hohen Omega-3-Fettsäure-Anteil zu
bevorzugen sind. Unter den Nüssen zählen daher die aromareichen Walnüsse zu den Besten. Und in der Gruppe der Samen
und Kerne stehen Leinsamen ganz oben im Gesundheitsranking. Diese sollten in keiner Müslimischung fehlen oder auch
häufiger über einen Salat oder eine Suppe gestreut werden. Allerdings immer zuvor frisch schroten. Nur so kommt der
Körper an die heilsamen Fettsäuren heran. Ganzer Leinsamen quillt nur auf, regt die Darmtätigkeit an, wird aber auch
so wieder ausgeschieden.
Tipp
Sollten Sie auf den Buttergeschmack nicht verzichten wollen, braten und kochen Sie mit Rapsöl und geben erst
kurz vor dem Servieren noch ein Flöckchen Butter über die Speisen.
5 Milch Quark und Co
Steigen Sie um auf fettarme Milchprodukte. Diese liefern weniger Fett und Kalorien, enthalten aber
noch alle für Milchprodukte wesentlichen Vitamine und vor allem viel Kalzium für die Knochen. Sie sollten
nur bei einer Allergie auf Milchprodukte verzichten.
Gehen Sie mal auf Entdeckungsreise an der gut gefüllten Käsetheke Ihres Supermarktes. Sie werden erstaunt sein, wie
viele Käsesorten auch mit 30 % Fett in der Trockenmasse (F. i. Tr.) schmecken können. Beim Quark fehlt der mageren
Version, mit nicht mal 0,5 % Fett, die Cremigkeit. Doch etwas sprudelndes Mineralwasser, das Sie kurz unterrühren,
verleiht dem Magerquark schnell und kalorienfrei seinen sahnigen Schmelz.
Statt Sahne oder Crème fraîche zum Andicken und Abrunden von Saucen und Suppen tut es auch ein sehr magerer
Frischkäse mit 5 % Fett oder besser noch weniger. Damit sich das darin enthaltene Wasser nicht absetzt, geben die
Hersteller in den Frischkäse natürliche Bindemittel wie Johannisbrotkernmehl oder das aus Algen gewonnene Carrageen
hinein. Damit dicken auch Saucen oder Suppen hervorragend an. Einfach je nach gewünschter Konsistenz 50 bis 200
Gramm mageren Frischkäse in einen halben Liter Flüssigkeit geben, mit einem Schneebesen aufschlagen und dabei
aufkochen – schon zieht die Flüssigkeit an und das Cremesüppchen oder die Sauce ist perfekt.
Oft wird bei Rheuma vor Milch gewarnt, weil sie Allergien auslöst. Hingegen stellt nun die Harvard Medical School in
Boston fest, dass der Genuss von Magermilch und fettarmer Milch die fortschreitende Arthritis verlangsamt.
Allerdings trat der Effekt nur bei Frauen auf. Die genauen Gründe müssen noch erforscht werden. Die Experten raten
von Milch nicht ab, warnen aber vor den reichlich vorhandenen gesättigten Fettsäuren in vollfetter Milch und
Milchprodukten.
Hinweis
Seien Sie wachsam bei der Auswahl Ihrer Light-Produkte, denn Light ist nicht gleich kalorienarm. Fruchtjoghurts oder Milchshakes aus Magermilch enthalten oft reichlich Zucker, um ihnen mehr Geschmack zu geben. Dadurch liefern sie auch mit wenig Fett reichlich Kalorien.
6. Zucker und Salz mit Bedacht verwenden
Drosseln Sie Ihren Hunger auf Süßes schrittweise und meiden Sie neben Zucker auch Süßmittel. Durch den Einsatz von Süßmitteln gewöhnt sich der Gaumen erst recht an den süßen Geschmack. Ähnlich verhält es sich beim Salz, das bei vielen den Blutdruck hochtreibt; also besser mit reichlich Kräutern würzen und Salz immer mehr reduzieren. Zucker und Salz sind aus keiner Küche wegzudenken, denn süß und salzig spürt die Zunge sofort. Dafür hat sie Tausende von spezifischen Geschmacksknospen. Doch leider umschmeicheln wir den Gaumen viel zu sehr damit.
Wir lassen uns doppelt so viel Zucker schmecken wie offiziell empfohlen.
Und beim Salz überschreiten immerhin 75 % der Männer und fast 70 % der Frauen die empfohlene Menge von 6 Gramm am Tag.
Gesundheit nicht versalzen
Ein Viertel der Bevölkerung leidet unter Bluthochdruck und besitzt ein deutlich höheres Risiko für Schlaganfall und
Herzinfarkt. Etwa die Hälfte davon – also in Deutschland rund 10 Millionen Menschen – könnten den Blutdruck senken
durch konsequent weniger Salz im Essen. Auch den Übrigen schadet ein sparsamerer Umgang mit den weißen
Würzkristallen in aller Regel nicht. Menschen mit Rheumatoider Arthritis könnten ganz besonders davon profitieren:
Eine aktuelle schwedische Studie zeigt, dass weniger Salz das Rheumarisiko mindert – allerdings nur bei Rauchern.
Bei Nichtrauchern, die ohnehin weniger gefährdet sind, hatte Salz keinen Einfluss.1
Würzige Kräuter und Gewürze statt Salz
Sich salzarm zu ernähren, ist schwer, weil viele Fertiglebensmittel wie Brot, Käse, Wurst oder auch Pizza und
Nudelgerichte sehr viel Salz enthalten. Erster Schritt kann sein, den Zusatz von Salz möglichst zu meiden.
Besser mit reichlich Kräutern würzen und dann nur bei Bedarf noch wenig nachsalzen.
Versuchen Sie sich langsam an eine salzärmere Ernährung zu gewöhnen, indem Sie zum Würzen deutlich mehr Kräuter verwenden.
7 Obst und Gemüse
Empfehlenswert sind fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Denn Obst und Gemüse enthalten fast kein
Fett, dafür viele Vitamine und Mineralstoffe. Das ist die beste Methode, um gesund und lecker
abzunehmen, und Sie entlasten Ihre beanspruchten Gelenke.
8 Bei Nahrungsmittelunverträglichkeit aufs Etikett achten
Ein Ernährungsprotokoll kann dabei helfen, um zu erfahren, ob bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken. In seltenen Fällen sind auch Allergien und Unverträglichkeiten eine Begleiterscheinung von rheumatischen Entzündungen. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hilft die genaue Kontrolle der Lebensmittelinhaltsstoffe.
Bei entzündlichem Rheuma reagiert der Körper häufiger auf einzelne Lebensmittel und Lebensmittelsubstanzen mit Unverträglichkeiten. Um nicht noch zusätzlich von roten Flecken, Pusteln, brennenden Schleimhäuten oder Reizhusten geplagt zu werden, sollte jeder Rheumatiker bei solchen oder ähnlichen Symptomen abklären, ob bestimmte Lebensmittel dafür verantwortlich sind. Ernährungsprotokoll ermittelt Unverträglichkeiten
Unverträglichkeiten aufzudecken, kostet etwas Zeit. Der Betroffene schreibt im Ernährungsprotokoll penibel auf, was er genau gegessen hat. In einer anderen Spalte werden eventuelle Beschwerden notiert. Wenn die häufig nach dem Genuss eines bestimmten Lebensmittels auftraten, kann der Allergologe spezielle Tests machen. Erfahrungsberichte zeigen, dass bei den meisten Rheuma-Patienten mit einer Unverträglichkeit die Schmerzen nach Fleischgenuss stärker werden.
Auch Alkohol, Zucker, Getreide, Nüsse, Käse, Butter und Eier machen Betroffene oft dafür verantwortlich, dass die Beschwerden zunehmen.
Hinweis
Etwa 5 % aller Erwachsenen leiden in Deutschland an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, Frauen doppelt so oft
wie Männer. Bitte verzichten Sie nicht aus Vorsicht vor möglichen Unverträglichkeiten prophylaktisch auf
bestimmte Lebensmittel, da dies eine Mangelernährung zur Folge haben kann.
9 Zu Risiken im Restaurant fragen Sie Ihren Koch oder Kellner
In Kantinen, Restaurants und selbst in Fastfood-Ketten finden Sie empfehlenswerte Speisen. Bei Unklarheiten oder Wünschen scheuen Sie sich nicht nachzufragen und um kleine Änderungen und Alternativen zu bitten. Gerade bei Rheumatoider Arthritis gilt es, wo immer möglich das Leben mit allen Sinnen zu genießen. Dazu gehört auch gutes Essen. Fehlt die Zeit oder die Kraft zum Kochen, gönnen Sie sich gerne einen Restaurantbesuch. Auch hier lassen sich die Regeln einer rheumagerechten Ernährung oft einhalten.
Durchforsten Sie die Speisekarte nach leckeren, leichten und gesunden Angeboten und fragen Sie den Kellner, ob die Küche individuelle Wünsche erfüllt.
10 Machen Sie es sich einfach
Wenn das Kochen schnell gehen soll, greifen Sie zu Tiefkühlprodukten.
Hier finden Sie auch empfehlenswerte Fertigmenüs, falls Ihnen die Küchenarbeit nicht so einfach von der Hand geht.
Mit entzündeten, schmerzenden Gelenken mag niemand lange in der Küche stehen, zumal das Schneiden, Schälen und Hacken vielen Rheumatikern nicht so leicht von der Hand geht.
Doch hier hilft die Lebensmittelindustrie: Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe, Suppen oder auch Hülsenfrüchte aus der Dose verkürzen die Kochzeit und sind oft besser als ihr Ruf.
Tricksen erlaubt – der Rheuma-Griff
Alltagshilfen für Rheumatiker erleichtern die Küchenarbeit. Spezialmesser mit abgewinkeltem Griff vereinfachen das
Schneiden, mit einem Glasöffner geht das Schraubglas leichter auf und ein Fahrradgriff, der auf den Stiel einer
Pfanne gesteckt wird, gibt mehr Griffsicherheit und Kraft, um die schwere Pfanne einfacher hochheben zu können.
Hilfreiche Tipps für den Alltag können Sie sich übrigens auch in Selbsthilfegruppen für Rheumakranke holen, die in
allen Bundesländern zu finden sind.
11 Holen Sie sich Helfer
Beim Kochen, Schneiden und dem Öffnen von Flaschen, Dosen oder Tetra-Packs können kleine Helfer zur großen Unterstützung im Küchenalltag werden. Mit ihnen macht das Kochen wieder Spaß und Sie können alles zubereiten, wie es Ihnen schmeckt. Achten Sie außerdem beim Kauf neuer Töpfe und Pfannen darauf, dass sie möglichst leicht sind und zwei Griffe haben.
Besser Sitzen als Stehen
Wichtigste Frage: Macht Ihnen das Stehen in der Küche Probleme? Ein Küchenrollwagen mit stabiler Oberfläche und gut feststellbaren Rollen macht sich bezahlt, wenn Ihnen beim Sitzen die Arbeitsfläche Ihrer Küche viel zu hoch ist. Oder nehmen Sie den Rollator mit seiner sicheren, relativ hohen Sitzfläche mit in die Küche. Es lohnt sich durchaus auch, einzelne Küchenelemente umbauen zu lassen, weil Sie beispielsweise nicht mehr an die Oberschränke gelangen. Fragen Sie Ihre Pflegeversicherung, ob sie die Kosten für einen notwendigen Umbau Ihrer Küche übernimmt.
Kreativ nach Lösungen suchen.
12 Essen Sie saisonal
Wissen Sie, wann Spargel auf heimischen Feldern geerntet wird und in welcher Zeit Erdbeeren, Kohlrabi, Kopfsalat oder Kirschen reif sind? Durch das immerwährende riesige Frischesortiment der Supermärkte sind wir es gewohnt, fast alles zu jeder Zeit zu bekommen.
Eine Speisekarte, die sich nach den Früchten und Gemüsesorten der Saison orientiert, nutzt die Lebensmittel zum Zeitpunkt der vollen Reife – genau dann, wenn sie uns das Optimum an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen liefern. Zu dem garantiert eine saisongerechte Ernährung, dass je nach Jahreszeit immer wieder andere Lebensmitteln auf den Tisch kommen.
Die Ernährungswissenschaft weiß heute, dass mehr Abwechslung auf dem Teller auch mehr Gesundheit und weniger Übergewicht bedeutet.
Mit saisongerechter Lebensmittelauswahl dem Rheuma begegnen
Aktuelle Forschungen konnten nun belegen, dass eine gesunde Darmflora umso mehr aufblüht, je größer die Auswahl an verschiedenen pflanzlichen Lebensmittel ist. Der immense Wert, den eine solche lebendige Darmflora für den gesamten Menschen hat, wird gerade erst von der Wissenschaft entdeckt.
Doch schon heute vermuten Experten, dass eine rheumatoide Arthritis einhergeht mit einer Verarmung an Darmbakterien.
1 Um dem vorzubeugen, kann ein reger saisonaler Wechsel der Lebensmittel nur empfohlen werden.
Und wem das Angebot an frischen Produkten gerade im Winter nicht reicht, darf die nährstoffreichen Hülsenfrüchte nicht vergessen.
Egal ob Kichererbsen, Linsen oder Kidneybohnen, sie haben das gesamte Jahr über Saison und sorgen damit gerade in der Winterküche mit deftigen Eintöpfen oder wärmenden Suppen für gesunde Abwechslung.